Montag, 12. Juni 2017

Früher war alles besser (2)

Und wieder einmal habe ich hübschen alten Vandalismus entdeckt, diesmal in Stein.


(Sorry, die Qualität ist diesmal nicht der Hit. Es war halt schon Nacht, und der Stein reflektiert leider den Blitz etwas.)

Freitag, 9. Juni 2017

Der schnöde Mammon

Es erstaunt mich doch immer wieder, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ich prinzipiell umsonst arbeite.

Ja, ehrlich gesagt bin ich bei vielem gerne bereit, etwas kostenlos zur Verfügung zu stellen, wenn es einem guten Zweck dient. Aber wenn mit dem, was ich zur Verfügung stelle, Geld verdient wird, stelle ich schon Fragen. (Ganz nebenbei bemerkt ist das für mich auch eine Frage des Ethos: Wenn andere darauf angewiesen sind, dass sie Geld für die gleiche Arbeit bekommen, dann muss ich schon alleine aus Solidarität mit diesen Menschen etwas für meine Arbeit verlangen.) Ich will nicht, dass meine Auftraggeber denken, dass sie gute Qualität umsonst bekommen können, nur weil ich im Orden bin. Besonders nett sind solche Sachen übrigens dann, wenn mein Gegenüber beleidigt (sic!) ist, weil ich ein Honorar anfrage...

Ordensmenschen leben oftmals von der Vorsehung, das ist wahr. Aber entgegen einer erstaunlich weit verbreiteten Meinung leben wir nicht von der Kirchensteuer. Wir müssen unserern Unterhalt selbst bestreiten, und dazu gehört auch, dass wir einen Anspruch auf Lohn haben, wenn wir für andere arbeiten. Gelegentlich finde ich zwar Lohn in Form von Naturalien durchaus akzeptabel, aber nachdem das heutzutage nicht die gängige Handelsform ist, ist Geld auch ok - ja, ich weiß, das ist vermutlich etwas unfranziskanisch, wenn ich das so sage, aber da hat sich die Welt tatsächlich ein bisschen verändert seit dem 13. Jahrhundert.

Immer wieder höre ich von Musikern, die sich darüber ärgern, dass Auftraggeber von ihnen erwarten, dass sie kostenlos spielen sollen, weil sie dafür doch so schöne Publicity bekämen. Nun, ich kann ihren Ärger sehr gut verstehen, denn wenn es nicht gerade um Musik geht, wissen die meisten Menschen sehr gut, dass man Qualität nicht gratis bekommt. Kaum ein Caterer wird Essen kochen ohne Bezahlung, weil ihm die Publicity reicht, und von ihm erwarten darf man das schon gar nicht. Tja, mir scheint, neben Musikern scheinen Ordensleute da noch eine weiter absurde Plattform zu bieten.

Geld ist für mich tatsächlich eigentlich kein wichtiger Fokus. Aber wenn ich als billige Arbeitskraft benutzt werde, stimmt da etwas ganz grundsätzlich nicht. Gerechtigkeit heißt für mich u.a., dass gleiche Arbeit gleichen Lohn verdient (und das gilt eben nicht nur für den Gender-Pay-Gap). Ich will nicht daran Schuld sein, dass Autoren, Musiker etc. für einen Hungerlohn arbeiten müssen, weil Menschen wie ich es sich leisten können, auf ein Honorar zu verzichten. Franziskanische Armut heißt hier eben auch, solidarisch zu leben, und wenn es um gerechte Bezahlung geht, reicht es nicht, darüber nur zu reden.

Ich vermute, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Meinungen gibt - daher habe ich eine Bitte: Wenn ihr meinen Beitrag kommentieren möchtet, finde ich das super, aber bitte bleibt so sachlich und höflich wie möglich! Danke! :)

Donnerstag, 13. April 2017

Das ist heute

"Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist da; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Paschamahl feiern." (Mt 26,18)

Was, wenn Jesus das zu mir sagt? Was, wenn er heute bei mir das Paschamahl feiern will?

Heute feiert Jesus in mir das letzte Abendmahl: in mir ist Festtagsstimmung und gleichzeitig Angst vor dem, was kommen wird. In mir brodelt es im Untergrund, aber nach außen ist noch alles ruhig. Der Johannes in mir lehnt sich zurück an Jesu Brust und genießt die Vertrautheit und die Nähe, das Gefühl, bei ihm daheim zu sein. Mein innerer Petrus ist einerseits bereit, für Jesus zu sterben, und andererseits schon fast dabei, ihn zu verleugnen. Die Füße waschen will er sich schon gar nicht lassen, dabei wäre das es, was er braucht. Mein innerer Petrus ist heute sehr aktiv - innerlich zerrissen, voller Liebe und Hingabe für Jesus und gleichzeitig unglaublich schwach und hilflos. Und mein innerer Judas will nicht wahrhaben, dass es ihn überhaupt gibt, aber trotzdem kann er nicht aus seiner Haut - das Böse lebt auch in mir und lässt sich nicht einfach unterdrücken. Ich hoffe nur, dass Jesus auch meinen inneren Judas erlöst, wenn es soweit ist. In mir wechseln sich Angst und Hoffnung ab, Vorfreude und Verzweiflung.

Und dann ist da Jesus. ... in der Nacht, da er verraten wurde - das ist heute -, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: "Nehmet und esset alle davon: Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird."

Das ist heute.
Heute verschenkt sich Jesus ganz, heute gibt er sich mir ganz hin, heute lebt er für mich, stirbt für mich, wird für mich auferstehen. Heute.

Montag, 3. April 2017

Früher war alles besser

Sogar Vandalismus hatte früher noch Stil.


So gefunden in einer Kirchenbank - solche Schönschrift sollten heutige Bankverkratzer erst mal hinbekommen. ;)